erlkoenig = 'Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?\nEs ist der Vater mit seinem Kind.\nEr hat den Knaben wohl in dem Arm,\nEr faßt ihn sicher, er hält ihn warm.\n\nMein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?\nSiehst Vater, du den Erlkönig nicht!\nDen Erlenkönig mit Kron\' und Schweif?\nMein Sohn, es ist ein Nebelstreif.\n\nDu liebes Kind, komm geh\' mit mir!\nGar schöne Spiele, spiel ich mit dir,\nManch bunte Blumen sind an dem Strand,\nMeine Mutter hat manch gülden Gewand.\n\nMein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,\nWas Erlenkönig mir leise verspricht?\nSei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind,\nIn dürren Blättern säuselt der Wind.\n\nWillst feiner Knabe du mit mir geh\'n?\nMeine Töchter sollen dich warten schön,\nMeine Töchter führen den nächtlichen Reihn\nUnd wiegen und tanzen und singen dich ein.\n\nMein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort\nErlkönigs Töchter am düsteren Ort?\nMein Sohn, mein Sohn, ich seh\'es genau:\nEs scheinen die alten Weiden so grau.\n\nIch lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt,\nUnd bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!\nMein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an,\nErlkönig hat mir ein Leids getan.\n\nDem Vater grauset\'s, er reitet geschwind,\nEr hält in den Armen das ächzende Kind,\nErreicht den Hof mit Mühe und Not,\nIn seinen Armen das Kind war tot.';glocke = 'Fest gemauert in der Erden\nSteht die Form, aus Lehm gebrannt.\nHeute muß die Glocke werden.\nFrisch Gesellen, seid zur Hand.\nVon der Stirne heiß\nRinnen muß der Schweiß,\nSoll das Werk den Meister loben,\nDoch der Segen kommt von oben.\n\nZum Werke, das wir ernst bereiten,\nGeziemt sich wohl ein ernstes Wort;\nWenn gute Reden sie begleiten,\nDann fließt die Arbeit munter fort.\nSo laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,\nWas durch die schwache Kraft entspringt,\nDen schlechten Mann muß man verachten,\nDer nie bedacht, was er vollbringt.\nDas ist\'s ja, was den Menschen zieret,\nUnd dazu ward ihm der Verstand,\nDaß er im innern Herzen spüret,\nWas er erschafft mit seiner Hand.\n\nNehmet Holz vom Fichtenstamme,\nDoch recht trocken laßt es sein,\nDaß die eingepreßte Flamme\nSchlage zu dem Schwalch hinein.\nKocht des Kupfers Brei,\nSchnell das Zinn herbei,\nDaß die zähe Glockenspeise\nFließe nach der rechten Weise.\n\nWas in des Dammes tiefer Grube\nDie Hand mit Feuers Hülfe baut,\nHoch auf des Turmes Glockenstube\nDa wird es von uns zeugen laut.\nNoch dauern wird\'s in späten Tagen\nUnd rühren vieler Menschen Ohr\nUnd wird mit dem Betrübten klagen\nUnd stimmen zu der Andacht Chor.\nWas unten tief dem Erdensohne\nDas wechselnde Verhängnis bringt,\nDas schlägt an die metallne Krone,\nDie es erbaulich weiterklingt.\n\nWeiße Blasen seh ich springen,\nWohl! Die Massen sind im Fluß.\nLaßt\'s mit Aschensalz durchdringen,\nDas befördert schnell den Guß.\nAuch von Schaume rein\nMuß die Mischung sein,\nDaß vom reinlichen Metalle\nRein und voll die Stimme schalle.\n\nDenn mit der Freude Feierklange\nBegrüßt sie das geliebte Kind\nAuf seines Lebens erstem Gange,\nDen es in Schlafes Arm beginnt;\nIhm ruhen noch im Zeitenschoße\nDie schwarzen und die heitern Lose,\nDer Mutterliebe zarte Sorgen\nBewachen seinen goldnen Morgen.-\nDie Jahre fliehen pfeilgeschwind.\nVom Mädchen reißt sich stolz der Knabe,\nEr stürmt ins Leben wild hinaus,\nDurchmißt die Welt am Wanderstabe.\nFremd kehrt er heim ins Vaterhaus,\nUnd herrlich, in der Jugend Prangen,\nWie ein Gebild aus Himmelshöhn,\nMit züchtigen, verschämten Wangen\nSieht er die Jungfrau vor sich stehn.\nDa faßt ein namenloses Sehnen\nDes Jünglings Herz, er irrt allein,\nAus seinen Augen brechen Tränen,\nEr flieht der Brüder wilder Reihn.\nErrötend folgt er ihren Spuren\nUnd ist von ihrem Gruß beglückt,\nDas Schönste sucht er auf den Fluren,\nWomit er seine Liebe schmückt.\nO! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,\nDer ersten Liebe goldne Zeit,\nDas Auge sieht den Himmel offen,\nEs schwelgt das Herz in Seligkeit.\nO! daß sie ewig grünen bliebe,\nDie schöne Zeit der jungen Liebe!\n\nWie sich schon die Pfeifen bräunen!\nDieses Stäbchen tauch ich ein,\nSehn wir\'s überglast erscheinen,\nWird\'s zum Gusse zeitig sein.\nJetzt, Gesellen, frisch!\nPrüft mir das Gemisch,\nOb das Spröde mit dem Weichen\nSich vereint zum guten Zeichen.\n\nDenn wo das Strenge mit dem Zarten,\nWo Starkes sich und Mildes paarten,\nDa gibt es einen guten Klang.\nDrum prüfe, wer sich ewig bindet,\nOb sich das Herz zum Herzen findet!\nDer Wahn ist kurz, die Reu ist lang.\nLieblich in der Bräute Locken\nSpielt der jungfräuliche Kranz,\nWenn die hellen Kirchenglocken\nLaden zu des Festes Glanz.\nAch! des Lebens schönste Feier\nEndigt auch den Lebensmai,\nMit dem Gürtel, mit dem Schleier\nReißt der schöne Wahn entzwei.\nDie Leidenschaft flieht!\nDie Liebe muß bleiben,\nDie Blume verblüht,\nDie Frucht muß treiben.\nDer Mann muß hinaus\nIns feindliche Leben,\nMuß wirken und streben\nUnd pflanzen und schaffen,\nErlisten, erraffen,\nMuß wetten und wagen,\nDas Glück zu erjagen.\nDa strömet herbei die unendliche Gabe,\nEs füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe,\nDie Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.\nUnd drinnen waltet\nDie züchtige Hausfrau,\nDie Mutter der Kinder,\nUnd herrschet weise\nIm häuslichen Kreise,\nUnd lehret die Mädchen\nUnd wehret den Knaben,\nUnd reget ohn Ende\nDie fleißigen Hände,\nUnd mehrt den Gewinn\nMit ordnendem Sinn.\nUnd füllet mit Schätzen die duftenden Laden,\nUnd dreht um die schnurrende Spindel den Faden,\nUnd sammelt im reinlich geglätteten Schrein\nDie schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,\nUnd füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,\nUnd ruhet nimmer.\n\nUnd der Vater mit frohem Blick\nVon des Hauses weitschauendem Giebel\nÜberzählet sein blühendes Glück,\nSiehet der Pfosten ragende Bäume\nUnd der Scheunen gefüllte Räume\nUnd die Speicher, vom Segen gebogen,\nUnd des Kornes bewegte Wogen,\nRühmt sich mit stolzem Mund:\nFest, wie der Erde Grund,\nGegen des Unglücks Macht\nSteht mit des Hauses Pracht!\nDoch mit des Geschickes Mächten\nIst kein ewger Bund zu flechten,\nUnd das Unglück schreitet schnell.\n\nWohl! nun kann der Guß beginnen,\nSchön gezacket ist der Bruch.\nDoch bevor wir\'s lassen rinnen,\nBetet einen frommen Spruch!\nStoßt den Zapfen aus!\nGott bewahr das Haus!\nRauchend in des Henkels Bogen\nSchießt\'s mit feuerbraunen Wogen.\n\nWohltätigist des Feuers Macht,\nWenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,\nUnd was er bildet, was er schafft,\nDas dankt er dieser Himmelskraft,\nDoch furchtbar wird die Himmelskraft,\nWenn sie der Fessel sich entrafft,\nEinhertritt auf der eignen Spur\nDie freie Tochter der Natur.\nWehe, wenn sie losgelassen\nWachsend ohne Widerstand\nDurch die volkbelebten Gassen\nWälzt den ungeheuren Brand!\nDenn die Elemente hassen\nDas Gebild der Menschenhand.\nAus der Wolke\nQuillt der Segen,\nStrömt der Regen,\nAus der Wolke, ohne Wahl,\nZuckt der Strahl!\nHört ihr\'s wimmern hoch vom Turm?\nDas ist Sturm!\nRot wie Blut\nIst der Himmel,\nDas ist nicht des Tages Glut!\nWelch Getümmel\nStraßen auf!\nDampf wallt auf!\nFlackernd steigt die Feuersäule,\nDurch der Straße lange Zeile\nWächst es fort mit Windeseile,\nKochend wie aus Ofens Rachen\nGlühn die Lüfte, Balken krachen,\nPfosten stürzen, Fenster klirren,\nKinder jammern, Mütter irren,\nTiere wimmern\nUnter Trümmern,\nAlles rennet, rettet, flüchtet,\nTaghell ist die Nacht gelichtet,\nDurch der Hände lange Kette\nUm die Wette\nFliegt der Eimer, hoch im Bogen\nSprützen Quellen, Wasserwogen.\nHeulend kommt der Sturm geflogen,\nDer die Flamme brausend sucht.\nPrasselnd in die dürre Frucht\nFällt sie in des Speichers Räume,\nIn der Sparren dürre Bäume,\nUnd als wollte sie im Wehen\nMit sich fort der Erde Wucht\nReißen, in gewaltger Flucht,\nWächst sie in des Himmels Höhen\nRiesengroß!\nHoffnungslos\nWeicht der Mensch der Götterstärke,\nMüßig sieht er seine Werke\nUnd bewundernd untergehn.\n\nLeergebrannt\nIst die Stätte,\nWilder Stürme rauhes Bette,\nIn den öden Fensterhöhlen\nWohnt das Grauen,\nUnd des Himmels Wolken schauen\nHoch hinein.\n\nEinen Blick\nNach den Grabe\nSeiner Habe\nSendet noch der Mensch zurück -\nGreift fröhlich dann zum Wanderstabe.\nWas Feuers Wut ihm auch geraubt,\nEin süßer Trost ist ihm geblieben,\nEr zählt die Häupter seiner Lieben,\nUnd sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.\n\nIn die Erd ist\'s aufgenommen,\nGlücklich ist die Form gefüllt,\nWird\'s auch schön zutage kommen,\nDaß es Fleiß und Kunst vergilt?\nWenn der Guß mißlang?\nWenn die Form zersprang?\nAch! vielleicht indem wir hoffen,\nHat uns Unheil schon getroffen.\n\nDem dunkeln Schoß der heilgen Erde\nVertrauen wir der Hände Tat,\nVertraut der Sämann seine Saat\nUnd hofft, daß sie entkeimen werde\nZum Segen, nach des Himmels Rat.\nNoch köstlicheren Samen bergen\nWir trauernd in der Erde Schoß\nUnd hoffen, daß er aus den Särgen\nErblühen soll zu schönerm Los.\n\nVon dem Dome,\nSchwer und bang,\nTönt die Glocke\nGrabgesang.\nErnst begleiten ihre Trauerschläge\nEinen Wandrer auf dem letzten Wege.\n\nAch! die Gattin ist\'s, die teure,\nAch! es ist die treue Mutter,\nDie der schwarze Fürst der Schatten\nWegführt aus dem Arm des Gatten,\nAus der zarten Kinder Schar,\nDie sie blühend ihm gebar,\nDie sie an der treuen Brust\nWachsen sah mit Mutterlust -\nAch! des Hauses zarte Bande\nSind gelöst auf immerdar,\nDenn sie wohnt im Schattenlande,\nDie des Hauses Mutter war,\nDenn es fehlt ihr treues Walten,\nIhre Sorge wacht nicht mehr,\nAn verwaister Stätte schalten\nWird die Fremde, liebeleer.\n\nBis die Glocke sich verkühlet,\nLaßt die strenge Arbeit ruhn,\nWie im Laub der Vogel spielet,\nMag sich jeder gütlich tun.\nWinkt der Sterne Licht,\nLedig aller Pflicht\nHört der Pursch die Vesper schlagen,\nMeister muß sich immer plagen.\n\nMunter fördert seine Schritte\nFern im wilden Forst der Wandrer\nNach der lieben Heimathütte.\nBlökend ziehen\nHeim die Schafe,\nUnd der Rinder\nBreitgestirnte, glatte Scharen\nKommen brüllend,\nDie gewohnten Ställe füllend.\nSchwer herein\nSchwankt der Wagen,\nKornbeladen,\nBunt von Farben\nAuf den Garben\nLiegt der Kranz,\nUnd das junge Volk der Schnitter\nFliegt zum Tanz.\nMarkt und Straße werden stiller,\nUm des Lichts gesellge Flamme\nSammeln sich die Hausbewohner,\nUnd das Stadttor schließt sich knarrend.\nSchwarz bedecket\nSich die Erde,\nDoch den sichern Bürger schrecket\nNicht die Nacht,\nDie den Bösen gräßlich wecket,\nDenn das Auge des Gesetzes wacht.\n\nHeilge Ordnung, segenreiche\nHimmelstochter, die das Gleiche\nFrei und leicht und freudig bindet,\nDie der Städte Bau begründet,\nDie herein von den Gefilden\nRief den ungesellgen Wilden,\nEintrat in der Menschen Hütten,\nSie gewöhnt zu sanften Sitten\nUnd das teuerste der Bande\nWob, den Trieb zum Vaterlande!\n\nTausend fleißge Hände regen,\nhelfen sich in munterm Bund,\nUnd in feurigem Bewegen\nWerden alle Kräfte kund.\nMeister rührt sich und Geselle\nIn der Freiheit heilgem Schutz.\nJeder freut sich seiner Stelle,\nBietet dem Verächter Trutz.\nArbeit ist des Bürgers Zierde,\nSegen ist der Mühe Preis,\nEhrt den König seine Würde,\nEhret uns der Hände Fleiß.\n\nHolder Friede,\nSüße Eintracht,\nWeilet, weilet\nFreundlich über dieser Stadt!\nMöge nie der Tag erscheinen,\nWo des rauhen Krieges Horden\nDieses stille Tal durchtoben,\nWo der Himmel,\nDen des Abends sanfte Röte\nLieblich malt,\nVon der Dörfer, von der Städte\nWildem Brande schrecklich strahlt!\n\nNun zerbrecht mir das Gebäude,\nSeine Absicht hat\'s erfüllt,\nDaß sich Herz und Auge weide\nAn dem wohlgelungnen Bild.\nSchwingt den Hammer, schwingt,\nBis der Mantel springt,\nWenn die Glock soll auferstehen,\nMuß die Form in Stücke gehen.\n\nDer Meister kann die Form zerbrechen\nMit weiser Hand, zur rechten Zeit,\nDoch wehe, wenn in Flammenbächen\nDas glühnde Erz sich selbst befreit!\nBlindwütend mit des Donners Krachen\nZersprengt es das geborstne Haus,\nUnd wie aus offnem Höllenrachen\nSpeit es Verderben zündend aus;\nWo rohe Kräfte sinnlos walten,\nDa kann sich kein Gebild gestalten,\nWenn sich die Völker selbst befrein,\nDa kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.\n\nWeh, wenn sich in dem Schoß der Städte\nDer Feuerzunder still gehäuft,\nDas Volk, zerreißend seine Kette,\nZur Eigenhilfe schrecklich greift!\nDa zerret an der Glocken Strängen\nDer Aufruhr, daß sie heulend schallt\nUnd, nur geweiht zu Friedensklängen,\nDie Losung anstimmt zur Gewalt.\n\nFreiheit und Gleichheit! hört man schallen,\nDer ruhge Bürger greift zur Wehr,\nDie Straßen füllen sich, die Hallen,\nUnd Würgerbanden ziehn umher,\nDas werden Weiber zu Hyänen\nUnd treiben mit Entsetzen Scherz,\nNoch zuckend, mit des Panthers Zähnen,\nZerreißen sie des Feindes Herz.\nNichts Heiliges ist mehr, es lösen\nSich alle Bande frommer Scheu,\nDer Gute räumt den Platz dem Bösen,\nUnd alle Laster walten frei.\nGefährlich ist\'s, den Leu zu wecken,\nVerderblich ist des Tigers Zahn,\nJedoch der schrecklichste der Schrecken,\nDas ist der Mensch in seinem Wahn.\nWeh denen, die dem Ewigblinden\nDes Lichtes Himmelsfackel leihn!\nSie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden\nUnd äschert Städt und Länder ein.\n\nFreude hat mir Gott gegeben!\nSehet! Wie ein goldner Stern\nAus der Hülse, blank und eben,\nSchält sich der metallne Kern.\nVon dem Helm zum Kranz\nSpielt\'s wie Sonnenglanz,\nAuch des Wappens nette Schilder\nLoben den erfahrnen Bilder.\n\nHerein! herein!\nGesellen alle, schließt den Reihen,\nDaß wir die Glocke taufend weihen,\nConcordia soll ihr Name sein,\nZur Eintracht, zu herzinnigem Vereine\nVersammle sich die liebende Gemeine.\n\nUnd dies sei fortan ihr Beruf,\nWozu der Meister sie erschuf!\nHoch überm niedern Erdenleben\nSoll sie im blauen Himmelszelt\nDie Nachbarin des Donners schweben\nUnd grenzen an die Sternenwelt,\nSoll eine Stimme sein von oben,\nWie der Gestirne helle Schar,\nDie ihren Schöpfer wandelnd loben\nUnd führen das bekränzte Jahr.\nNur ewigen und ernsten Dingen\nSei ihr metallner Mund geweiht,\nUnd stündlich mit den schnellen Schwingen\nBerühr im Fluge sie die Zeit,\nDem Schicksal leihe sie die Zunge,\nSelbst herzlos, ohne Mitgefühl,\nBegleite sie mit ihrem Schwunge\nDes Lebens wechselvolles Spiel.\nUnd wie der Klang im Ohr vergehet,\nDer mächtig tönend ihr erschallt,\nSo lehre sie, daß nichts bestehet,\nDaß alles Irdische verhallt.\n\nJetzo mit der Kraft des Stranges\nWiegt die Glock mir aus der Gruft,\nDaß sie in das Reich des Klanges\nSteige, in die Himmelsluft.\nZiehet, ziehet, hebt!\nSie bewegt sich, schwebt,\nFreude dieser Stadt bedeute,\nFriede sei ihr erst Geläute.';